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Dachbegrünung

Schon 1983 wurden auf den Dächern der Genossenschaftshäuser Matteuffelstraße 40/41 die ersten Gründächer gebaut. Dächer wurden teilweise abgebaut und zu grünen Dachterrassen. Diese Dachterrassen sind Gemeinschaftsfläche und können von allen Hausbewohnern benutzt werden.
Die Spontanvegetation wird im Sommer durch ein Bewässerungssystem, dass durch Regenwasser gespeist wird, vor dem Austrocknen bewahrt.

Dachterrassen werden von den Bewohnern als Balkon- und Gartenersatz genutzt und auch gepflegt. Die begrünten Dachterrassen sind für die gemeinschaftliche Nutzung aller Hausbewohner angelegt worden. Sie sind haben damit auch einen kommunikative Funktion innerhalb des Hauses.
Die klimatologische Begleitforschung, die mit dem Modellvorhaben beauftragt wurde, hat ergeben, dass Begrünungsmaßnahmen in innerstädtischen Gebieten, positive und spürbare Effekte durch Erhöhung der Luftfeuchtigkeit, erhöhte Staubbindung , Verminderung der Temperaturen und Verbesserung der Luftaustauschverhältnisse haben. Auf ausgebauten Dachgeschossen trägt die Dachbegrünung sehr nachhaltig zu einem angenehmen Innenraumklima bei.
Die Mehrkosten für ein Gründach – im Vergleich zu einer Ziegeleindeckung- beträgt ca.15€ – 50€ pro m2. Betrachtet man aber die Langlebigkeit eine Gründaches haben sich diese Mehrkosten schnell amortisiert.
Durch eine Begrünung vieler Dachflächen, könnte das Stadtklima nachhaltig verbessert werden.
(Informationen aus: Städtebau und Architektur Bericht 1994)

Vorteile der Dachbegrünung
Die Atemluft innerstädtischer Gebiete ist durch Heizungsemissionen und Autoabgase stark belastet. In der Regel gibt es wenig Grünflächen und Pflanzen, die die Luft reinigen können. Hof-, Fassaden- und Dachbegrünungen sollen diesen Defizit ausgleichen, die Schadstoffbelastung reduzieren, das Kleinklima verbessern und die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Die Begrünung von Dächern, Fassaden und Innenhöfen steigert den Wohn- und Freizeitwert von Wohnungen und Wohnumfeld.
In den Genossenschaftshäusern gibt es 11 Dachteilflächen mit Begrünung mit insgesamt 1.232 m2 begrünter Dachfläche oder als Dachterrassen. Davon 7 extensive begrünte Dächer und 4 intensive begrünt. Die Intensivbegrünung besteht aus Rasen, Stauden, Sträuchern und kleinen Bäumen. Die vielfältigen Pflanzenarten brauchen eine dicke Substartschicht von mindestens 15cm. Die Pflanzen müssen regelmäßig gepflegt werden. Die Extensivbegrünung hingegen braucht nur wenig pflege. Nur im Hochsommer bei großer Trockenheit sollte bewässert werden, damit die ausgetrockneten Gräser nicht zur Brandgefahr werden. Aber selbst im Hochsommer ausgetrocknete Extensivbegrünung wächst im Herbst wieder. Ungefähr 230 heimische Wildpflanzen sind geeignet, vor allem Moose, Sukkulenten, Zwiebelpflanzen und ca. 30 verschiedene Kräuter.