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  • Am 25. April 1986 wird die Luisenstadt eG gegründet

    Gründungsmitglieder sind die ehemals besetzten Häuser Oranienstr. 13, die Manteuffelstr. 40/41, 42 und 97, die Naunynstr. 77 sowie das Mietshaus Oranienstr. 5

    Weil STATTBAU nur Sanierungsträger ist, muss für die Zukunft eine Rechtsform geschaffen werden, in welche die Häuser überführt werden können. In gemeinschaftlicher Initiative, an der auch S.T.E.R.N., die Nachfolgegesellschaft der Altbau-IBA, beteiligt ist, wird die Luisenstadt eG gegründet.

    Die Genossenschaft soll nach Abschluss der Sanierungsarbeiten durch STATTBAU die zwölf Grundstücke mit rund 250 Bewohnern und etwa 25 Gewerbeeinheiten in Dauererbpacht verwalten und ist daher von Anbeginn an den Entscheidungen von STATTBAU beteiligt.

    ,,Um zu verhindern, dass die Häuser ... erneut zu Spekulationsobjekten (mit entsprechenden Mieten) werden, haben die Bewohner von bisher sieben Häusern der Blöcke 101/103 eine selbstverwaltete Rechtsform gegründet“, heißt es in der Presseerklärung der Luisenstadt am 3. September l986.

    Ihre Ziele sind:

    1. Übernahme der Häuser in Erbpacht vom Land Berlin

    (Die Häuser verbleiben in kommunalem Eigentum, die Bewohner haben das Verfügungsrecht; das Eigentum wird ‚neutralisiert‘.)

    2. Selbstverwaltung und Selbstbestimmung

    (Kostenersparnis durch Selbsthilfe bei Verwaltung und Instandhaltung.)

    3. Sicherung von sozial verträglichen Mieten

    (Keine Mieterhöhung bei gleichbleibendem Pachtzins und damit weitgehende Unabhängigkeit von öffentlichen Zuschüssen wie z. B. Wohngeld.)

    4. Realisierung und Betreuung ökologischer Projekte zur Verbesserung des Wohnumfeldes

    (Blockheizkraftwerk, Sonnenkollektoren, Brauchwasserrückgewinnung, Begrünung von Dächern und Fassaden etc.)“

    Anfang 1987 wird vom Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau sowie dem Land Berlin die Förderung der „ökologischen Bausteine“ zugesagt. Für das Experiment mit Wärmekraftkopplung, Solarzellen, Grauwasseranlage und Vertikalsumpf werden 4,5 Mio. DM bereitgestellt. Die Bauarbeiten beginnen, nach Fertigstellung soll die Luisenstadt eG Betreiberin sein.

    1988 wird der neue Flächennutzungsplan verabschiedet – ohne Autobahn durch SO 36.

    Weiterführende Links:
    Stattbau
    S.T.E.R.N.