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  • Die Luisenstadt eG wird Hausbesitzerin

    Die Mauer ist gefallen – Kreuzberg liegt wieder im Zentrum Berlins

    Die Grundstückswerte steigen und mit ihnen der Erbbauzins, das heißt die Höhe der Pacht für jene elf Grundstücke, für die am 16. Dezember 1991 Erbpachtverträge abgeschlossen werden. Weil diese mit 4,5 % Jahreszins auf den Verkehrswert, einer fünfjährigen Anpassung und für eine Laufzeit von 66 Jahren abgeschlossen werden, entschließt sich die Luisenstadt eG, die Häuser nach und nach zu kaufen.

    Und weil das Modell Genossenschaft Schule machen soll, werden in den darauffolgenden Jahren noch weitere Häuser im Block 103 und drum herum in die Genossenschaft aufgenommen. Viele der neuen Genossen aus diesen Einzelmieterhäusern haben einen Migrationshintergrund.

    Im Osten Berlins – vor allem in Mitte, Prenzlauer Berg und Friedrichshain – macht sich gleich nach dem Fall der Mauer eine neue Hausbesetzerbewegung bemerkbar, die Inbesitznahme einzelner Wohnungen wurde allerdings zu DDR-Zeiten schon viel praktiziert. Die Rigaer Str. 77 in Friedrichshain wird 1990 besetzt, 1997 kauft die Luisenstadt eG das Haus.

    Das Land Berlin wird 1994 für die Behutsame Stadterneuerung in Kreuzberg mit dem European Urban and Regional Award ausgezeichnet.