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Mitbestimmung – Eigenverantwortung – Selbstverwaltung

Bei der Bewirtschaftung soll die Genossenschaft in besonderem Maße ihren Mitgliedern hausbezogene Selbstverwaltungsaufgaben übertragen.
Aus der Satzung der Luisenstadt eG

Die Selbstverwaltung war ein zentrales Anliegen der Besetzer und Initial zur Gründung der Genossenschaft 1986. Deshalb wird sie besonders gefördert, ist in der Satzung verankert und findet ihren Ausdruck insbesondere in der Existenz der Hausvereine.

Diese wurden 1982 gegründet, als der Sanierungsträger STATTBAU die Häuser übernahm, und dienten den Hausgemeinschaften als formaler Rahmen bei der Vertretung nach außen. Heute sind die Hausvereine die Hauptmieter des jeweiligen Hauses – die Geschäftspartner der Genossenschaft –, die Bewohner haben Untermietverträge. Die Hausgemeinschaft kümmert sich um die Abrechnung von Mieten und Betriebskosten, verrichtet kleine Wartungsaufgaben selbst, beobachtet, ob und welche Instandhaltungsmaßnahmen notwendig werden, und entscheidet darüber, wer ins Haus einzieht. Dazu finden mehr oder weniger regelmäßig Plena statt. Den Verwaltungsaufwand für die Genossenschaft verringern die Hausvereine erheblich.

Zehn Häuser der Luisenstadt eG werden von Hausvereinen bewirtschaftet, zehn Häuser werden von einzelnen Mietparteien bewohnt. Die sogenannten Einzelmieterhäuser werden vom Büro der Genossenschaft verwaltet. Aber auch in diesen Häusern fördert und fordert der Genossenschaftsgedanke Eigenverantwortung und Mitbestimmung. So werden die Mieter in die Entscheidungen über Neuvermietung einbezogen, entsenden Vertreter in den Aufsichtsrat und halten – wenigstens einige unter ihnen –  hin und wieder Hausversammlungen ab.

Die Luisenstadt eG hat heute (Stand Oktober 2012) rund 430 eingetragene Genossinnen und Genossen, die sich einmal jährlich zur Generalversammlung (GV) treffen. Dort wählen sie auch Vorstand und Aufsichtsrat.

Den Vorstand bilden drei ehrenamtlich arbeitende Genossen, die die Geschäfte in Eigenverantwortung leiten. Eine Geschäftordnung, die sich der Vorstand nach seiner Wahl geben muss, legt die Aufgaben und Richtlinien fest. Vorstand sowie Aufsichtsrat werden jeweils für zwei Jahre gewählt. Der Aufsichtsrat setzt sich aus je zwei Vertretern eines jeden Hauses zusammen. Auch er gibt sich eine Geschäftsordnung und ist ehrenamtlich tätig.

Vorstand und Aufsichtsrat treffen sich einmal im Monat zu einer gemeinsamen Sitzung.